Bei den diesjährigen Projekttagen haben sich die Schülerinnen mit Demokratie beschäftigt; mit ihrer Geschichte, ihrer Struktur und ihrer Erhaltung. Es ist allgemein bekannt, dass der Grundstein der Demokratie die Stimme des Bürgers ist, aber hat wirklich jeder deutsche Bürger eine Stimme?
Demokratie bedeutet Inklusion. Und was das wirklich bedeutet, ist, alle Menschen gleichzustellen und allen Menschen die Möglichkeit zu geben zu kommunizieren. Deswegen hat sich die Projektgruppe „Schnupperkurs Gebärdensprache“ damit auseinandergesetzt, wie Menschen ohne Stimme trotzdem sprechen.
Für diesen Zweck sind eine gehörlose Frau, da natürlich nicht nur stumme Personen Gebärdensprache sprechen, und ihre Dolmetscherin in die Schule gekommen. Die Frau hat von ihrem Alltag mit ihrer Behinderung auf Gebärdensprache erzählt, und die Dolmetscherin hat nicht nur übersetzt, sondern auch etwas darüber erzählt, wie man das macht. Durch das Gespräch mit der betroffenen Person ist den Schülerinnen deutlich geworden, dass das Vorurteil, dass behinderte Menschen komplett anders leben würden, völlig falsch ist.
Konkret haben die Teilnehmerinnen der Projektgruppe das Gebärdenalphabet gelernt sowie auch ihren Namen auf Gebärdensprache. Die Schülerinnen haben mit ihrem neuen Wissen Videos angefertigt, um während des Rundgangs ihr Erlerntes weiterzureichen; die Videos zeigen zum Beispiel Alltagssituationen und Dialoge.
Die Teilnehmerinnen sind sich einig, dass sie durch das Projekt nicht nur die Grundlagen einer neuen Sprache erlernt haben, sondern auch viele neue Erkenntnisse über die Bedeutung dieser gewonnen haben. Schließlich setzt die gerechte Demokratie voraus, dass es allen Bürgern erlaubt und möglich ist, ihre Meinungen und Ideen mitzuteilen. Außerdem profitieren wir alle immer von neuen Blickwinkeln, die wir durch das Gespräch miteinander kennenlernen. Die Gebärdensprache gibt vielen Menschen erstmals die Möglichkeit, ihre neuen und wichtigen Perspektiven zu teilen. Eben aufgrund der für die Demokratie notwendigen Offenheit waren einige Schülerinnen der Meinung, dass die Gebärdensprache vermehrt als Fremdsprache an deutschen Schulen angeboten werden sollte.
Schließlich merkt man, dass ein solches Projekt mehr als nur eine Fremdsprache umfasst, und dass die Teilnehmerinnen durch das Gespräch mit der gehörlosen Frau ihr eigenes Denken in Frage gestellt haben, was einer der wichtigsten Aspekte der Demokratie ist. Niemand hat das Recht dazu, eine Gesellschaft zu entwerfen, wenn ein Großteil dieser keine Möglichkeit hat, an dem Gespräch teilzunehmen.


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